Früher war Sportbild durchaus mal lesenswert, jetzt aber nur noch reiner Müll.....
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Das werden wir im Keim ersticken
Am Tag vor Heiligabend ist Kay Kramm von einer schönen Bescherung weit entfernt. Der Hauptkommisar ist beim Kieler Kommissariat 2 für Einsätze in der Oststeehalle zuständig und schickt zu Heimspielen der THW-Handballer gewöhnlich sechs Beamte. Nun werden es mehr als viermal so viele sein. Der Erzrivale SG Flensburg-Handewitt ist zu Gast.
"Bei diesem Spiel müssen wir mehr aufpassen als zum Beispiel gegen Großwallstadt" sagt Kram. "Die mögen sich einfach nicht. Und dass man sich untereinander mal beharkt und beleidigt, dass es mindestens zu Rangeleien kommt, hängt sicher noch ein bisschen mehr von den Flensburger Ultras ab."
Bis dato hatte die Handball-Bundesliga stets für sich beansprucht, von Gewaltauswüchsen wie im Fussball verschont zu sein. Inzwischen hat der Fanklub "Ultras Flensburg" indes durch regelmäßige Eskapaden zweifelhaften Ruhm erlangt - und den Tabellenzweiten aus Flensburg vor dem Auftritt bei Tabellenführer Kiel in die Bredouille gebracht.
Auslöser war eine Prügelei vor drei Wochen beim Gastspiel in Minden kurz nach Spielschluß. Wie SPORT BILD erfuhr, hat die Leitung der Handball-Hundesliga (HBL) die Flensburger Klubführung am Rande der Liga-Versammlung am 5. Dezember in Hannover ermahnt.
"Ich habe mit Flensburg gesprochen - aus konkretem Anlass in Minden heraus", bestätigt HBL-Geschäftsführer Frank Bohrmann. "Es spricht jedenfalls einiges dafür, dass es bei den Ultras zumindest in Ansätzen eine Gewaltbereitschaft gibt. Zumal sie in bereits vorher aufgefallen sind. Beispielsweise in Großwallstadt, als Sitzschalen durch die Halle geworfen worden sind."
Bohmann wird noch deutlicher: "Ich habe Flensburg aufgefordert, mit den Ultras in Dialog zu treten. Gewalt können wir als Liga nicht akzeptieren. Wir haben kein Gewaltproblem und werden entsprechende Ansätze im Keim ersticken."
Der verhaltensauffällige Fanklub, der 80 Mitglieder aufweist und 25 zum harten Kern zählt, ist nach SPORT BILD Informationen sogar im Visir des Innenministeriums von Schleswig-Holstein geraten. Aufgeschreckt von den Meldungen aus Minden, erkundigte sich die Landesinformationsstelle Sporteinsätze (LIS) bei der Flensburger Polizei konkret über die Ultras. Unter anderem wollten die LIS-Beamten wissen, ob die hartgesottenen Fans eine Gefährdung der WM darstellen. Denn die Spiele der Vorrundengruppe E werden vom 20. - 22. Januar in Kiel ausgetragen. Mit dabei auch das dänische Team, von dem allein fünf Spieler in Flensburg unter Vertrag stehen.
Sven Unger, Hauptkommisar bei der LIS, sagt diesbezüglich: "Wir können bestätigen, dass es eine Ultra-Bewegung gibt. So eine Gruppe existiert auch im Umfeld des Flensburger Bundesliga-Vereins. Objektiv können diese Gruppierungen nicht als Problemfans bezeichnet werden."
Das freut Manager Thorsten Storm, der als Freund und Förderer der Ultras gilt. Er sagt: "In unserer Halle herrscht die beste Stimmung. Wir haben ein sehr junges und emotionales Publikum. Wir arbeiten aktiv mit den Ultras. Bevor ich etwas verbiete oder mit dem Hammer drauf haue, gehe ich immer den Weg der Kommunikation."
Das sieht man in Kiel anders. Kopfschüttelnd registriert T**-Manager Uwe Schwenker, dass man in Flensburg zu defensiv mit den Ultras umgehe. "Es gibt dort ganz tolle Fans, aber diese Minderheit haben sie nicht im Griff. Da ist der Klub verantwortlich. Wie sich die Fans da aufführen passt weder zur Sportart noch zu einem Spitzenklub" sagt er. "Die Situation wird von der ganzen Liga zu Kenntnis genommen. Es ist insofern auffallend, weil kein anderer Klub dieses Problem hat. Die handelnden Personen in Flensburg müssen es in den Griff kriegen - mit welchen Maßnahmen auch immer."
In Flensburg wittert man Verleumdung. Ultras-Sprecher Sönke Petersen beteuert, dass der Vorfall in Minden nur ein "Hin- und Hergeschubse war". Dennoch sagt er: "Das war Mist. Ganz lieb sind wir nicht. Aber auch nicht so schlimm, wie es dargestellt wird." Zu den Einlassungen aus Kiel wird er indes deutlich: "Uwe Schwenker hat Angst vor Flensburg. Er will Unruhe in unsere Fanszene bringen, versucht Hass zu schüren."
Flensburgs Klubchef Frerich Eilts sagt es dezenter: "Uwe Schwenker ist nicht die moralische Instanz der Bundesliga." Zudem erwähnt Eilts, dass sein Geschäftsführer Frank Buchholz im Gespräch mit den Fans sei, zur Fairness mahne: "Er hat mir gesagt, wer die Grenze überschreitet, den holt er persönlich aus der Halle - ich würde das Gleiche tun"
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Die Gefahr hat einen Namen-Ultras im Handball
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Obi
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